Die Kunst des Erschaffens vor und nach dem Erwachen

 

Als erstes müssen wir uns klar sein, dass wir immer selbst die Erschaffer unseres individuellen Lebens sind. Jeder einzelne Mensch erschafft permanent sein Leben in jedem Moment.

 

Diese Aussage ist es Wert, einmal in Kontemplation genommen zu werden und die Möglichkeiten und Folgen zu erspüren und zu sehen. 

 

 

 

 

 

 

Du erschaffst dein Leben in jedem Moment.

 

Kannst du das glauben?

Wie ist das für dich?

und was heißt das ganz praktisch? 

 

Wir haben all unsere Macht bezüglich des bewussten Erschaffens abgegeben. 

All unser Glauben und Wissen darum scheint verschwunden im alltäglichen Tun. Wir sind uns unserer Kraft gar nicht bewusst. Wir sind kulturell so erzogen und geprägt, dass wir uns völlig verloren haben. Wir wissen nicht mehr wer wir wirklich sind und dass wir Schöpfer unseres Lebens und Seins sind.

 

Das Erwachen zu unserem wahren Selbst ändert nichts an der Tatsache, dass wir uns immer schon ständig selbst erschaffen haben, vor dem Erwachen und auch nach dem Erwachen. 

 

Unser Sein bestimmt, was IST. Unser Denken, unser Fühlen, unser Sprechen und Handeln erzeugt unsere ganz individuelle Schöpfung in jedem Moment.

 

Das Erschaffen nach dem Erwachen ist jedoch anders als das Erschaffen vorher. Im Grunde ist es leichter. Nachdem du erwacht und deinen Klärungsprozess gegangen bist, erschafft jetzt nicht mehr dein Unterbewusstsein und deine Unwissenheit, sondern du bist derart frei, dass du gezielt wählen kannst, was du erschaffen willst.

Du erschaffst aus der Ganzheit heraus und nicht aus dem begrenzten Sein. 

Grundsätzlich erschaffst du aber immer das, was du jetzt bist, immer das, was du wirklich über dich denkst. 

Wenn etwas nicht so läuft, wie du dir das vorgestellt hast, dann ist dir offenbar etwas entgangen in dir selbst: eine Regung, eine Bewertung, ein stiller Glaubenssatz, eine tiefe Empfindung/Überzeugung über dein Sein, etwas, was dir nicht bewusst war, hat sich manifestiert, und zeigt sich jetzt in der „Aussenwelt“. 

 

Das erwachte Sein verursacht einen schnellen Klärungsprozess, die Trennung von Selbst und Nicht-Selbst. Da du dir deinem Selbst jetzt immer gewahr bist, erkennst du immer schneller das Nicht-Selbst, was in dir schlummert und Schöpfung erzeugt, die dir gar nicht bewusst ist, und die du so vielleicht auch gar nicht willst. Und da die Ebenen von Nicht-Selbst immer feiner und subtiler werden, und gleichzeitig das Gewahrsein dessen, was du wirklich bist, dich immer mehr einnimmt, entgeht dir weniger und weniger in dir selbst, das, was Nicht-Selbst ist. Früher hast du unbewusst erschaffen aus dem Nicht-Selbst, jetzt kommt dein Denken zur Ruhe, deine Gefühle, dein Sprechen, dein Wünschen usw.. Dein Sein gelangt an einen Punkt, an dem du aufhörst eine Ursache zu sein. Dieses Sein ist sehr friedlich, entspannt und frei und verlangt kein Tun. Das Tun, was geschieht, ist ein Tun aus dem Nicht-Tun, ohne aktiven Impuls. 

Diese Phase kann unterschiedlich lang andauern. Irgendwann spürst du vielleicht wieder eine Regung, die ganz bewusst erschaffen möchte, die ganz bewusst das Ruder in die Hand nehmen will und sich der Schöpfungskraft, die ja immer schon da ist, wieder bemächtigt und nun ganz bewusst Dinge in Leichtigkeit erschafft, die der Ganzheit entspringen und dienlich sind.