Die Veränderung der Sinnestätigkeit nach dem Erwachen

Das Erleben des Lebens hat sich mit dem Erwachen deutlich geändert. In der Tiefe hat sich etwas Grundlegendes verändert. Das stabile Wissen um das SELBST. Dies verändert deinen Seinszustand und bildet die Grundlage für den Prozess der Vertiefung und der Integration der Erwachenserfahrung.




Zehn Jahre nach dem Erwachen, kann ich sagen, dass die Wahrnehmung und das Erleben der Welt, untrennbar von mir, sich sehr verändert hat. Und sie hat sich schrittchenweise verändert, denn wenn diese Art der Veränderung auf einen Schlag vonstatten gegangen wäre, wäre ich vielleicht nicht damit klar gekommen, hätte gezweifelt und vielleicht gedacht, dass mit mir etwas nicht stimme.

Ich versuche mir manchmal vorzustellen, wie das Leben vorher war, und ich muß zugeben, es fällt mir immer schwerer, ich weiß es nicht mehr wirklich. Mit dem Erwachen wurde offenbar, dass das SELBST immer schon da war, ohne dass es bemerkt wurde, insofern war hierzu keine Änderung. Jetzt wird das SELBST permanent bemerkt, und das ist die gravierende Änderung, da dieses dauerhafte Gewahrsein umfassende Auswirkungen auf das Leben hat.
Das Leben früher war also deutlich anders, so anders, dass es sich nur schrittchenweise entwickeln konnte, damit es für alle Ebenen des Seins im machbaren Tempo zu „verstoffwechseln“ war.

Ich versuche einmal aufzuzeigen, was sich verändert hat. Dies ist nicht ganz einfach, da so viele Faktoren zusammengekommen und wie Zahnräder perfekt ineinandergreifend die Veränderungen bewirkt haben und bewirken.
Die Tätigkeit der fünf Sinne hat sich verändert. Waren sie vorher tendenziell eher nach außen gerichtet, beginnen sie nach dem Erwachen, aufgrund der vorhandenen Gedanken-Stille, sich mehr nach Innen zu richten und zu verfeinern. Schritt für Schritt werden innere Felder durchkämmt und in die dauerhafte Wahrnehmung gebracht. Innere Felder werden geschmeckt, getastet, gerochen, gesehen, gehört und damit ins Bewusstsein gebracht. Und mit dieser umfassenden, ganzheitlichen Wahrnehmung, entsteht eine Art „neuer Sinn“. Ein neues „Spüren“. Stille und Aktivität sind gleichzeitig vorhanden und verschmelzen zu Einem.
Voraussetzung dieser Entwicklung ist das Erwachen zum wahren Selbst, da dies die Stille in dir „hervorbringt“, die es scheinbar braucht, um all die folgenden Phänomene wahrnehmen zu können.
Denn wenn das Gedankenkarussell sich beständig, laut dreht, wird vorherrschend ein begrenzter Ausschnitt wahrgenommen, und vieles andere „geht verloren“.

Es ist nicht so, dass vor dem Erwachen keine innere Sinnestätigkeit da war, aber Innen und Außen wurden als getrennt wahrgenommen, was sich Schritt für Schritt, im Laufe der Integration verändert hat. Innen und Außen sind zu Einem geworden. So reichen die Sinne ins Unendliche hinaus und ins Unendliche hinein. Da ist der eigene Körper in der Wahrnehmung begrenzt und unbegrenzt zugleich. In ihm spiegelt sich jeder Ausdruck des Selbst. Die Welt ist in mir. Ich laufe in mir herum. Und dieses Erleben ist bezaubernde Fülle.

„Gott“, die Welt und ich sind nicht mehr voneinander getrennte Entitäten sind, sondern sind eins geworden. Wenn ich hinschaue, kann ich „Gott“ nicht als getrennt von mir und der Welt finden, alles ist „Gott“, dieses Eine. Und das wird permanent über die verfeinerten Sinne wahrgenommen und von Körperempfindungen gespiegelt. Ungetrenntheit. Unendlichkeit. Bliss.