"Gehirnsoftware"

Wie schon auf dem letzten Erleuchtungskongress 2016 in Berlin angekündigt, arbeite ich zusammen mit meinem Freund Gerd Unruh, einem emeritierten Informatikprofessor an dem Buch „Gehirnsoftware“. Wenn alles nach Plan läuft, sollte das Buch noch vor diesem Erleuchtungskongress im April 2017 in Nürnberg fertig sein. Eine der Yogaübungen werde ich wieder mit den anwesenden Zuhörern auf dem Erleuchtungskongress in Nürnberg durchführen.
Das Buch Gehirnsoftware ist eine neue Übersetzung der Yoga-Sūtras des Patañjali direkt von Sanskrit auf Deutsch. Dabei haben wir uns sehr genau überlegt, welche Sprache wir verwenden und haben uns dann für eine moderne Sprache entschieden, die wir beide sehr gut sprechen und die, wie wir hoffen, sehr viele Menschen in der heutigen Zeit auch verstehen können.

 

Hier vorab einige Auszüge aus dem Buch:

 

Warum wir die Sprache der Computer-Wissenschaft benutzen

 

Die Yoga-Sūtras des Patañjali sind einer der ältesten Texte der Menschheit und wurden hundertfach vom Sanskrit in verschiedene andere Sprachen übersetzt. Viele der Übersetzer und Kommentatoren hatten nicht den Zugang zu höheren Bewusstseinszuständen und konnten dementsprechend nicht das Wesentliche der Yoga Sūtras erkennen und richtig übersetzen. Sogar diejenigen Übersetzer, die selbst Erfahrungen höherer Bewusstseinszustände hatten und über ausreichende Sanskrit-Kenntnisse sowohl des Wortschatzes als auch der Grammatik verfügten, hatten immer noch die Schwierigkeit, ein geeignetes Begriffssystem zu finden, welches das Sanskrit-Original passend widerspiegeln konnte. Viele Übersetzer haben zum Beispiel das Begriffssystem und die entsprechenden Konzepte der Psychologie verwendet. Dabei entsteht die Schwierigkeit, dass die Psychologie die meisten Konzepte der Yoga-Sūtras einfach nicht kennt und dementsprechend die Worte fehlen. Ähnliches gilt für die Philosophie, bei der noch erschwerend hinzu kommt, dass nur wenige Leser Ihre Sprache und Denkweise verstehen.

 

Warum gerade Begriffe aus der Computer-Technologie? Informatik, die Wissenschaft der Computer-Technologie, beschreibt die Konstruktion und die Funktionsweise intelligenter Systeme. Da sich die Yoga-Sūtras mit den Grundlagen der menschlichen Intelligenz und Ihrer Entwicklung befassen, ist es naheliegend, dieses Jahrtausend alte System der Intelligenz in das heute bekannte System der Computer-Technologie zu übertragen. Es kommt hinzu, dass die Begriffe der Computer-Technologie den modernen Menschen leichter zugänglich sind, da sie täglich mit ihnen zu tun haben. Zum Beispiel bezeichnet der Begriff „vāsāna“ in Sanskrit einen abgespeicherten Eindruck, der Abläufe im Denken und Handeln beeinträchtigt. Mit den Techniken der Yoga-Sūtras können diese Eindrücke neutralisiert werden, so dass sie keine Wirkung mehr haben. Der Begriff „vāsāna“ entspricht einem Schadprogramm in der Computertechnologie. Ein Schadprogramm ist ein intelligentes Muster, das sich selbst aktiviert und negativ in Programmabläufe eingreift. Schadprogramme sind zum Beispiel Viren, Würmer, Trojaner usw. Ein Scanner-Programm kann diese Muster aufdecken und neutralisieren. Dann funktioniert die Software wieder richtig. In der Medizin würde man die vāsāna als Stress oder Verspannung im Nervensystem bezeichnen.

 

 

Die Yoga Sūtras beschreiben Gehirnsoftware

 

Die Gehirnsoftware umfasst alle mentalen Aktivitäten und Zustände.

 

  • Die Yoga Sūtras sind in der Sanskrit-Sprache kurz, einfach und logisch aufgebaut und leicht zu verstehen
  • Verständnisschwierigkeiten sind überhaupt erst durch Übersetzungen und Kommentare entstanden. Zum Beispiel gibt es für den Begriff „Erleuchtung“ die verschiedenartigsten Interpretationen, die in keiner Weise wissenschaftlichen oder technologischen Anforderungen genügen.
  • Wir übersetzen in diesem Buch zum ersten Mal die Sanskrit-Begriffe direkt in die Sprache der Computertechnologie, um Bewusstsein und Gehirn zu erklären.
  • Dadurch kann jeder moderne Mensch die Funktionsweise des Yoga leicht nachvollziehen.
  • Die Beschreibung des Yoga in der Sprache der Computertechnologie ist nicht als Analogie zu verstehen, sondern als ein konkretes Erklärungsmodell für die Gehirnforschung.
  • Wir möchten uns an dieser Stelle deutlich von Autoren distanzieren, die Begriffe, wie zum Beispiel das Wort „Quanten“, nicht mit naturwissenschaftlicher Präzision, sondern in einer Art „Marketingsprache“ verwenden.
  • Wenn wir von Quantencomputer sprechen, dann meinen wir das tatsächliche physikalische Phänomen. Dieses Buch ist aber bewusst verständlich gehalten und wir haben daher vermieden, den Leser mit mathematischen Formeln zu beeindrucken.
  • Die Wirkungen der Gehirnsoftware sind in der Praxis direkt am Körper messbar.
  • In diesem Buch entwickeln wir auch zum ersten Mal eine wissenschaftlich überprüfbare Beschreibung der Gehirnsoftware, die alle Aspekte des Bewusstseins umfasst.
  • Damit bringen wir Yoga aus dem Mystischen heraus in die reale heutige Welt.

 

Test der Version Ihrer Gehirnsoftware

 

Wir haben die verschiedenen Komponenten der Gehirnsoftware erforscht und herausgefunden: Das SELBST ist der unbeteiligte Beobachter der Gehirnsoftware. Wir bezeichnen das SELBST als den Nutzer der Gehirnsoftware. Intellektuell ist es klar. Es bleibt die Frage, inwieweit das Ihre tägliche Erfahrung ist. Sie können das daran überprüfen, wie Sie diesen unbeteiligten Beobachterstatus erfahren. Daraus können Sie auf die Version Ihrer Gehirnsoftware schließen. Dazu gibt es eine Reihe von einfachen Tests:

 

 

Gehirnsoftware Versionen 1 bis 3

 

  • Version 1 bewirkt den Tiefschlaf
  • Version 2 das Träumen
  • Version 3 den Wachzustand

 

Diese drei Versionen sind schon allgemein bekannt, so dass sich ein Test erübrigt.

 

 

Test für Gehirnsoftware Version 4

 

ICH kann eine Zeitlang bewusst ohne mentale Aktivität sein. Version 4 funktioniert. Diese Version wird auch „Transzendentales Bewusstsein“ genannt, weil sie jede mentale Aktivität überschreitet (transzendiert). Dieser Zustand wird in den Übergangszuständen von Wachen, Träumen und Tiefschlaf erfahren. Er ist der Warte-Zustand bzw. Beobachtungszustand, der Leerlauf der Gehirnsoftware, der als ruhevolle und glückliche Wachheit erfahren wird.

 

 

Test für Gehirnsoftware Version 5.1

 

Für den, der das SELBST erkannt hat, existiert im Schlaf ein Bewusstsein, jedoch keine Gedanken über den Vorgang des Schlafens. Dieses Bewusstsein ist stiller als Gedanken, ist unendlich und ohne Zeitwahrnehmung. Andere bemerken dieses Bewusstsein im Schlaf nicht. Während aller Schlafphasen, einschließlich des Tiefschlafs, bin ICH der stille Beobachter meiner Nichtaktivität. Version 5.1 funktioniert.

 

 

Test für Gehirnsoftware Version 5.2

 

Während des Traumzustands bin ICH der stille Beobachter aller Träume. Version 5.2 funktioniert.

 

 

Test für Gehirnsoftware Version 5.3

 

Während des Wachzustands bin ICH der stille Beobachter aller Aktivität. Version 5.3 funktioniert.

 

 

Gesamttest für Gehirnsoftware Version 5

 

ICH existiere immer als der Beobachter während des Schlafs, während des Träumens und während des Wachzustands. Das heißt, die Version 5 läuft insgesamt stabil. Diese Version wird auch als „Kosmisches Bewusstsein“ bezeichnet. Der Begriff „kosmisch“ rührt daher, dass ICH die Unbegrenztheit bin. Mit fortschreitender Bewusstseinsentwicklung stabilisieren sich die Versionen 5.3, 5.2 und 5.1 in der Regel nacheinander in dieser Reihenfolge. Die Version 5 läuft erst dann stabil, wenn im tiefsten Zustand des Tiefschlafs noch ein Bewusstsein vorhanden ist. Diese Version 5 der Gehirnsoftware setzt voraus, dass der Quantencomputer im Gehirn aktiviert wurde und läuft.

 

 

Test für Gehirnsoftware Version 6

 

Mit der Gehirnsoftware Version 6 sind extrem verfeinerte Sinneswahrnehmungen und -Aktivitäten möglich. Dies äußert sich z.B. in einem extrem verfeinerten Hörsinn, mit dem ICH in einem inneren Gespräch die Antworten von höheren Wesen wahrnehmen kann. ICH kann himmlische Wesen fühlen, sehen und mit ihnen sprechen. ICH kann auch negative und störende Energien sehen und sie neutralisieren. Die Verfeinerung der Wahrnehmung ist ein fortschreitender Prozess, der mit dem Abschalten der Schadprogramme in der Gehirnsoftware und der entsprechenden Reinigung des Körpers einhergeht. ICH kann verfeinert wahrnehmen und handeln und ICH stelle fest, dass die verfeinerten Wahrnehmungen der Version 6 auch zu den Erfahrungen der Versionen 3 und 5.1 passen. Sie sind also nicht nur ausgedacht, sondern eine korrekte Wahrnehmung der Wirklichkeit. Z. B. stelle ich mit meiner verfeinerten Intuition in Version 6 fest, dass mich ein Freund anrufen möchte, dann klingelt das Telefon und ich spreche mit ihm in Version 5.1. Damit habe ich bestätigt, dass die Wahrnehmung in Version 6 nicht nur eine Einbildung war. Version 6 funktioniert.

 

Version 6 kann zeitweise vor der Version 5 auftreten, ist aber erst dann stabil, wenn auch die Version 5 stabil ist. Diese Version 6 wird als „Verfeinertes Kosmisches Bewusstsein“ bezeichnet. Der Quantencomputer im Gehirn hat über das kosmische Netzwerk Zugriff auf eine Vielzahl kosmischer Ressourcen.

 

 

Test für Gehirnsoftware Version 7

 

Alles läuft in mir SELBST ab. Der Unterschied zwischen Subjekt und Objekt existiert nicht mehr. Wissen ist korrekt und erscheint sofort, wenn es gebraucht wird. Version 7 funktioniert.

 

Version 7 kann zeitweise auch vor den Versionen 5 oder 6 auftreten, ist aber erst dann stabil, wenn auch die Version 5 schon stabil ist. Version 7 wird auch „Einheitsbewusstsein“ genannt, weil ICH und alles andere eins sind. Es gibt keinen Unterschied zwischen mir und der Welt. Alles geschieht in mir. Alles wird in Ausdrücken des SELBST erfahren. Mein Gehirn nutzt den kosmischen Computer. ICH erkenne das gesamte subjektive und objektive Universum als Bewusstsein.

 

 

Test für Gehirnsoftware Version 8

 

Die Version 7 hat sich in jeder Beziehung in die Unendlichkeit ausgedehnt. Version 8 funktioniert.

 

Version 8 wird als „Brahman-Bewusstsein“ bezeichnet, weil Brahman im Sanskrit der Begriff für den allumfassenden kosmischen Computer ist. Dem kosmischen Computer stehen unendliche Ressourcen zur Verfügung. Dann ist die Erkenntnis des SELBST vollständig.

 

 

 

Gehirnsoftware Bewusstseinszustand

Test

Version 1: Tiefschlaf

Gewöhnliche Erfahrung

Version 2: Träumen

Gewöhnliche Erfahrung

Version 3: Wachzustand

Gewöhnliche Erfahrung

Version 4: Transzendentales Bewusstsein

Sie können bewusst einen Zustand totaler Stille ohne Gedanken erfahren.

Version 5: Kosmisches Bewusstsein (KB)

Sie sind der absolut stille, nicht urteilende, wache Erfahrende aller Handlungen und aller Stille.

Version 5.1: Tiefschlaf im KB

Sie sind der wache Erfahrende des Tiefschlafzustands ohne irgendeine Gedankenaktivität. Wenn Sie im Tiefschlaf nicht wach sind, haben Sie die Version 5 nicht erreicht.

Version 5.2: Träumen im KB

Sie sind der wache Erfahrende der Traumgedanken.

Version 5.3: Wachzustand im KB

Sie sind der wache und absolut stille Erfahrende aller Gedanken und Handlungen Ihrer Gehirnsoftware und Ihres Körpers.

Version 6: Verfeinertes kosmisches Bewusstsein

Sie haben verfeinerte Sinneswahrnehmungen, die Sie als wahre Erfahrungen in Version 5.3 überprüfen können. Zum Beispiel können Sie wahrnehmen, dass Sie jetzt ein Freund anrufen wird. Dann klingelt das Telefon und Sie sprechen mit diesem gleichen Freund.

Version 7: Einheits-Bewusstsein

Alles geschieht in Ihnen Selbst.

Der Unterschied zwischen Subjekt und den Objekten existiert nicht mehr.

Wissen ist absolut korrekt und erscheint wo und wann immer es gebraucht wird.

Wenn Sie die Welt nicht auf diese Art wahrnehmen, dann sind Sie noch nicht im „Einheitsbewusstsein“. Die Einheit wird erst stabil, sobald auch „Kosmisches Bewusstsein“ stabilisiert ist. Das bedeutet zum Beispiel, wenn Ihr Bewusstsein im Schlaf nicht wach bleibt, dann ist Ihre Einheit nicht echt, sondern lediglich ein intellektuelles Konzept innerhalb der Gehirnsoftware Version 3.

Version 8 Brahman-Bewusstsein

Einheits-Bewusstsein ist bis zur Unendlichkeit ausgedehnt.

 

 

 

Upgrade der Gehirnsoftware mit der Technologie des Yoga

 

Ein Upgrade ist einfach. Wenn Sie jetzt diese Tests gemacht haben, werden Sie erkennen, in welcher Version Ihre Gehirnsoftware läuft. Nur Sie SELBST können das erkennen. Aus Ihren Handlungen kann ein Außenstehender kaum die Version ableiten. Die höheren Versionen enthalten zusätzlich zu enormen Verbesserungen auch alle Möglichkeiten und Fähigkeiten der vorherigen Versionen. Wir werden diese in späteren Kapiteln des Buches ausführlich beschreiben.

 

Nun haben Sie die Version Ihrer Gehirnsoftware bestimmt. Falls nicht, nehmen Sie sich unbedingt ein paar Minuten Zeit, es jetzt zu tun. Wie bereits gesagt, kann die Theorie nur dann verstanden werden, wenn Sie die einfachen Übungen auch in der Praxis durchführen. Sie können durch relativ einfache Übungen Ihre Gehirnsoftware mit Hilfe der Yoga-Technologie upgraden. Sie müssen dafür nicht ein Leben lang meditieren. Auch wenn Sie jahrzehntelang fortgeschrittene Yoga-Techniken wie z. B. die „Siddhis“ ohne konkrete Ergebnisse geübt haben, können Sie innerhalb von wenigen Stunden lernen, wie diese „Siddhis“ wirklich funktionieren, nämlich wie auf „Knopfdruck“. Wir werden Sie auf diese Übungen hinweisen. Die Reinigung der Physiologie ist ein kontinuierlich fortschreitender Vorgang. Deshalb ist es wichtig, die Übungen regelmäßig zum Beispiel einmal oder zweimal am Tag durchzuführen, bis das entsprechende Ziel der Übung erreicht ist. Solange Ihr Gehirn noch nicht mit der Version 8 arbeitet, können Sie sich gar nicht vorstellen, welche unbegrenzten Möglichkeiten Ihnen mit den höheren Versionen zur Verfügung stehen. Erst wenn Sie durch Upgrade Ihrer Gehirnsoftware Ihren Quantencomputer aktiviert haben und mit dem kosmischen Computer verbunden sind, stehen Ihnen außergewöhnliche Fähigkeiten ab der Version 5 zur Verfügung.

 

Beispiele sind:

 

  • Ständige tiefe innere Glückseligkeit und Wach
  • Völlige Kontrolle über Ihre Gefühle
  • Gedanken anderer Personen wahrnehmen
  • Sprache von Tieren verstehen
  • Verborgenes wahrnehmen
  • Vergangenheit und Zukunft erkennen
  • Zustand aller Organe im Körper wahrnehmen und heilen
  • Höhere Wesen sehen und mit ihnen sprechen
  • Beliebiges korrektes Wissen in der Quelle allen Wissens erkennen

 

Methoden des Yoga

 

Bei der Besprechung der Denkvorgänge wurde öfters erwähnt, dass ein Denkvorgang in zwei Richtungen ablaufen kann. Zum einen kann er in eine Richtung gehen, die Leiden erzeugt und zum anderen in eine, die das nicht tut. Dieses wurde in Sūtra 1.5 erwähnt: Die Denkvorgänge können leiderzeugend oder nicht leiderzeugend sein. Die Mechanismen, wie dieses Leiden zustande kommt und wie es auch vermieden wird, werden in den späteren Sūtras noch genau beschrieben. Wenn nun ab 1.12 von „guten“ und von „schlechten“ Denkvorgängen gesprochen wird, dann ist damit nichts anderes gemeint als leiderzeugend oder nicht leiderzeugend. Es ist einfach praktisch, kürzere Worte zu verwenden. Es ist damit keine, wirklich gar keine moralische Wertung verbunden. Das ist sehr wichtig, weil hier keine neuen Ängste oder Abneigungen entstehen sollen. Religionen oder spirituelle Organisationen haben es seltsamerweise auch in neuerer Zeit immer wieder geschafft, Ängste bei ihren Anhängern zu erzeugen, die letztendlich ihren Yoga-Zustand verhindern können. Auch wenn es nur die Angst ist, bei Fehlverhalten ausgeschlossen zu werden, kann diese Angst die Befreiung des individuellen Selbst und die Erfahrung des unendlichen SELBST verhindern. Dies hier ist ein weiterer Grund, warum wir bewusst Begriffe aus der Computer-Technologie eingeführt haben, nämlich um solche Wertungen jeglicher Art zu vermeiden. Die verschiedenen Versionen der Gehirnsoftware sind nicht moralisch „gut“ oder „böse“, sondern sie unterscheiden sich lediglich in ihren Möglichkeiten. Solange sie mit Malware durchsetzt sind, haben sie nicht die gleichen Möglichkeiten wie ein sauberes System. Solange die Malware existiert, entsteht für die Person weiteres Leiden. Niemand möchte leiden; denken wir zumindest. Zukünftiges Leiden ist zu vermeiden (2.16). Mit zunehmender Beseitigung der Malware funktioniert die Gehirnsoftware immer besser. Dieses Wort „besser“ ist keine moralische Wertung, sondern nur eine Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Gehirnsoftware. Höhere Funktionen der Gehirnsoftware sind einfach leistungsfähiger.

 

 

1.12 अभ्यासवैसवैराग्याभ्याराग्याभ्यां तनग्याभ्यां तन्निरभ्यासवै तन्निरोधः.राग्याभ्यां तनधः

 

 

abhyāsa-vairāgyābhyāṁ tat-nirodhaḥ

 

 

abhyāsa (m. Komp.: Übung), vairāgya (n. Ins. Dat. Abl. d.: Gelassenheit), tad (jenes, [1.2] Komp. n.s.), nirodha (m. Nom. s.: Stoppen, vollständiges Beruhigen)

 

 

Durch Übung und Gelassenheit wird das Beruhigen jener [vṛttis] erreicht

 

Vairāgya (Gelassenheit) bedeutet, alles leicht zu nehmen, cool zu bleiben und sich nicht anzustrengen. Es ist keine Stimmungsmache, sondern ein echtes Gefühl der Gelassenheit gegenüber allem. Nimm es leicht! Nimm es wie es kommt!

 

Bevor die höheren Versionen der Gehirnsoftware geladen werden können, müssen die in der bisherigen Version aktiven Malware-Programme beendet werden. Das heißt, alle automatisch ablaufenden leiderzeugenden Denkvorgänge müssen beruhigt werden. Die Übung entspricht diesem Beruhigen. Gelassenheit bedeutet, den Beruhigungsprozess nicht zu stören und auch keine Ausnahmen zuzulassen.

Der Programmablauf der Gehirnsoftware fließt auf zwei Wegen. Er fließt zum Guten (nicht leiderzeugend) oder zum Schlechten (leiderzeugend). Wenn er zur Befreiung hingetragen wird, in das Feld der Unterscheidung, dann ist das der Programmablauf hin zum Guten. Wenn er immer mehr in das Weltentreiben (saṁsāra) absorbiert wird, in das Feld der fehlenden Unterscheidung, dann ist das der schlechte oder der verschmutzte Programmablauf. Durch Gelassenheit wird die Malware, das heißt der verschmutzte Programmablauf hin zu den Gegenständen eingedämmt und durch die Übung der unterscheidenden Erkenntnis (2.26) wird der gute Programmablauf der Unterscheidung ausgewählt. Daher beruht das Beruhigen der Denkvorgänge in der Gehirnsoftware auf beiden, (1) Gelassenheit und (2) unterscheidende Erkenntnis. Die Beruhigung geschieht durch Übung und Gelassenheit. Die Einzelheiten der Übungen und Gelassenheit werden in den nachfolgenden Sūtras beschrieben. Durch diese beiden werden alle fünf Denkvorgänge beruhigt, weil sie ihnen entgegengesetzt sind. Beruhigen (nirodha) bedeutet das Beenden (upaśama) der Malware. Es läuft dann kein unbeabsichtigtes, störendes Program mehr ab. Die guten Denkvorgänge können immer noch aktiviert werden, wenn sie gebraucht werden. Menschen werden im Weltentreiben (saṁsāra) immer vom Programmablauf der Gehirnsoftware wie durch einen Fluss zu Erfahrungsgegenständen hingetragen. Sie werden zum Saṁsāra hingetragen und enden im Saṁsāra wie ein Fluss, der im Ozean endet. Die Eindämmung dieses Flusses geschieht durch Übung und Gelassenheit.

 

 

Im Folgenden werden eine Reihe von Übungen vorgestellt, um den Yoga-Zustand (1.2) erreichen zu können. Falls Sie schon regelmäßig spirituelle Übungen durchführen, werden Sie diese dort wahrscheinlich wieder erkennen. Falls Sie keine Übungen praktizieren oder nicht regelmäßig praktizieren, ist es eher unwahrscheinlich, dass Sie den Yoga-Zustand erreichen werden.

 

 

Übung 1: Überprüfen Sie alle Ihre spirituellen Übungen, Meditation, Atemübungen, Yoga usw., ob Sie diese wirklich mit genügender Gelassenheit ausführen. Durch die Gelassenheit werden sie wirkungsvoller. Nehmen Sie es leicht!

 

Übung 2: Strengen Sie sich in der Meditation nicht an, um die Beruhigung schneller erzielen zu wollen. Sonst könnten Sie Kopfschmerzen bekommen, weil Ihnen die Gelassenheit fehlt.

 

 

1.18 न्निरोधःवैराग्याभ्याराग्याभ्यां तनमप्रत्ययाभ्यासपूर्भ्यासवैसपवैराग्याभ्या स्कारशेषोऽन्यःराग्याभ्यां तनशेषोऽन्यः

 

 

virāma-pratyaya-abhyāsa-pūrvaḥ saṁskāra śeṣaḥ-anyaḥ

 

 

virāma (m. Komp.: die Beendigung, das Stoppen), pratyaya (m. Komp.: der Gedanke), abhyāsa (m. Komp.: Übung), pūrva (m. Nom. s.: vorher, Vorheriges), saṁskāra (m. Komp.: latente Eindrücke), śeṣa (mn. Nom. s.: Rest), anya (m. Nom. s.: der andere)

 

 

Wird der Gedanke des Stoppens vorher geübt, bleibt noch ein Rest von Saṁskāras

 

Das ist der andere [Samādhi]. Asaṁprajñāta Samādhi (ohne Anregungen) ist der andere Samādhi, in dem alle Denkvorgänge (Vṛttis) beruhigt sind. Das bedeutet, die Gehirnsoftware verhält sich so, als wäre sie abgeschaltet. Asaṁprajñāta Samādhi ist die fünfte Art von Samādhi, die sich von der vorherigen Vierergruppe (Saṁprajñāta Samādhi) unterscheidet. Asaṁprajñāta Samādhi heißt auch Transzendentales Bewusstsein. Wir nennen es Gehirnsoftware Version 4. Diese Version entspricht dem Leerlaufprozess der Gehirnsoftware, das heißt ohne Gedanken und ohne Sinneserfahrungen, nur sich selbst bewusst. In diesem Leerlaufprozess hat die Gehirnsoftware alle ihre Ressourcen zur Verfügung, benutzt sie aber nicht. Subjektiv ist es ein Zustand bewusster Stille. Sie ist Wachheit ohne Gedankenaktivität. Zeit- und Raumwahrnehmung sind unbegrenzt und unmanifest.

 

Das ist etwas Anderes als Schlaf, welcher noch den Gedanken der Nichtexistenz hat (1.10). Die Gehirnsoftware Version 4 kann heute bereits in den Gehirnwellen (EEG) identifiziert werden. Sie enthält sehr einfache Gehirnwellen-Muster, die das gesamte Gehirn einschließen. Das Gehirn kommuniziert intensiv in diesem Zustand, lässt sich aber nicht auf ein spezielles Muster in Teilbereichen oder Arealen festlegen. Hingegen sind bei Gedankenaktivitäten spezielle Areale im Gehirn aktiviert.

 

Wenn die Gehirnsoftware Version 4 gleichzeitig mit Gedankenaktivität läuft, nennen wir es Version 5. Dieser Zustand wurde mit seinen vier Varianten bereits in 1.17 besprochen.

 

Stoppen ist Aufhören. Das zusammengesetzte Wort Gedanke-des-Stoppens (Virāma-Pratyaya) bedeutet: Stoppen und der Gedanke von ihm; die Form des Gedankens ist einfach „Stoppen“, daher heißt er Gedanke-des-Stoppens. Er hat immer noch die Form eines Gedankens zu der Zeit, zu der die Gedankenvorgänge aufhören. Während der Zeitspanne, in der der Gedanke dem endgültigen Stoppen näherkommt und bevor er ganz aufgehört hat, überhaupt ein Gedanke zu sein, ist er wie ein flammendes Feuer, das nach und nach kleiner wird, während es seinen Brennstoff verbraucht, aber immer noch eine echte Flamme ist, bevor es zum Schluss nur noch Asche ist. Die Worte „Wird der Gedanke des Stoppens vorher geübt“ zeigen die Beziehung zur Übung. Die Worte „bleibt noch ein Rest von Saṁskāras“ erklären den Zustand. Das Ergebnis, „der andere“, folgt auf die Übung und besteht nur aus Saṁskāras. Er ist der Samādhi ohne Objekte, welcher anders als der objektbezogene Saṁādhi ist, der im vorherigen Sūtra definiert wurde. Asaṁprajñāta Samādhi ist ein Zustand der Gehirnsoftware, in dem alle Denkvorgänge gestoppt wurden und nur noch Saṁskāras übrig bleiben. Die Saṁskāras sind in diesem Zustand inaktive Malware-Programme. Der Zustand ist leer von jeglichem Erfahrungsgegenstand. Es bedeutet, dass ausschließlich Saṁskāras übrig bleiben, wenn sich die Gehirnsoftware von Gedanken an Gegenstände zurückgezogen hat. Die Übung von diesem führt schließlich zu einem Zustand, als ob die Gegenstände abwesend wären. Wenn die Gehirnsoftware ohne Unterstützung geradezu das SEIN erreicht hat, wenn das passiert, heißt es Nirbīja Samādhi, was später in 1.51 erklärt wird. Nirbīja Samādhi ist der samenlose Samādhi, das heißt alle Samen für weitere Aktivitäten, nämlich die Malware-Programme, sind gelöscht. Wenn jedoch Malware-Programme noch in der Gehirnsoftware schlummern, um später aktiviert zu werden, dann sprechen wir von einem Rest von Saṁskāras (Malware-Programme). Das ist die Natur von Asaṁprajñāta Samādhi, wie er hier beschrieben wurde. Er ist zwar still, könnte aber jederzeit durch Malware unterbrochen werden.

 

 

Test: Überprüfen Sie selbst, ob Ihre Meditation regelmäßig zur Gedankenstille führt. Wenn nicht, lassen Sie Ihre Meditation überprüfen oder suchen sich eine bessere Art zu meditieren.

 

Übung 1: In einer Mantra-Meditation entsteht ein spontaner Gedanke des Beruhigens mit dem Loslassen des Mantras, das heißt nicht durch innere Worte wie „Stopp“ usw. Der Gedanke des Stoppens ist ein unschuldiges Loslassen, wie ein Vergessen, weiter zu denken.

 

Übung 2: Im Grunde wird hier die Mantra-Meditations-Technik beschrieben: Es wird ein Mantra gedacht, das sich zunehmend verfeinert und somit die Gehirnsoftware schrittweise beruhigt. Darauf folgt die Gehirnsoftware Version 4, welche dem Asaṁprajñāta Samādhi entspricht. Die Saṁskāras, die wir auch Malware, Stresse oder Samen genannt haben, sind in dem Moment ruhig gestellt. Die richtige Technik einer Mantra-Meditation sollte von einem guten Lehrer erlernt werden. Mantras haben durchaus Nebenwirkungen, so dass man nicht jedes beliebige Wort als Mantra nehmen sollte (1.28).

 

Übung 3: Wenn Sie regelmäßige Gedankenstille noch nicht so erfahren können, dann praktizieren sie unbedingt die Übungen 1.21 bis 1.40. Denn die Fähigkeit zur Gedankenstille ist die Basis für alle weiteren Übungen. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt, da alle fortgeschrittenen Übungen darauf aufbauen.

 

 

Der Zugang zu Samādhi:

 

 

1.19 भवैराग्याभ्याप्रत्ययाभ्यासपूर् न्निरोधःवैराग्याभ्यादेहप्रकृतिलयानाम्हप्र!न्निरोधःतलम

 

 

bhava-pratyayaḥ videha-prakṛti-layānāṁ bhava

 

 

(m. Komp.: von Geburt an), pratyaya (m. Nom. s.: verursacht), videha (m. Komp.: körperlos), prakṛti (f. Komp.: subtile materielle Ursache, Natur), laya (m. Gen. p.: absorbiert)

 

 

Asaṁprajñāta Samādhi entsteht bei Geburt in den Videhas (Körperlosen) und in den Prakṛtilayas (Naturwesen).

 

Videhas sind Wesen ohne physischen Körper, die im Himmel aufgrund eines Überschusses an Sattva-Guṇa leben. Manche Religionen nennen sie Götter, manche Engel, Erzengel usw. Diese höheren Wesen und die in Prakṛti Absorbierten (Naturwesen, Naturgeister), haben noch etwas zu erledigen: nämlich, den Puruṣa im Relativen zu erkennen, d.h. Gehirnsoftware ab Version 7 zu installieren. Obwohl die Körperlosen noch Saṁskāras mit sich tragen, bleiben sie dennoch fast befreit (Gehirnsoftware Version 6), weil sie, sobald diese Saṁsakāras reifen, sich immer wieder ihrem befreiten Herrscher unterordnen und damit dem Einfluss der Saṁskāras entfliehen. Bisher klang alles recht wissenschaftlich, wieso fangen wir jetzt an, über Himmel zu sprechen?

 

Astronomie und Physik haben den Raum des Universums sowohl in die Richtung des größten als auch in die Richtung des kleinsten hin erkundet. Die größte sichtbare Ausdehnung des Universums, sozusagen sein Radius, ist nach heutigem Kenntnisstand 13,7 Milliarden Lichtjahre. Die kleinste unterscheidbare Längeneinheit des Universums ist 10-35 m; sie heißt die Planck-Länge. Alle Materie im Universum besteht aus einer Gruppe von Elementarteilchen, die Fermionen heißen. Alle Energie im Universum besteht aus einer anderen Elementarteilchengruppe. Sie heißen die Bosonen. Die kleinsten materiellen Teilchen, also die kleinsten Fermionen sind in ihren Abmessungen nicht kleiner als 10-19 m. Das gilt sowohl für ein Elektron als auch für ein Quark, welches nur geringfügig größer ist. Es gibt also einen feinsten Bereich räumlicher Abmessungen zwischen 10-35 m und 10-19 m, in dem zwar Energiewellen, sogenannte Bosonen wirken können, jedoch Materie keinen Zugang hat. Dieser alles durchdringende Bereich, der den internen Gesetzmäßigkeiten des leeren Raumes (ākāśa) folgt, durchdringt das gesamte Universum und erlaubt eine riesige Vielfalt von nicht-materieller Information. Er durchdringt alle Materie, alle Energie und auch den gesamten leeren Raum des Universums. Er erstreckt sich über eine Größenordnung von 16 Zehnerpotenzen in einer Dimension und 48 Zehnerpotenzen in drei Dimensionen. Nur zur Veranschaulichung: Wenn die kleinste Längeneinheit, die Planck-Länge, 1 m lang wäre, dann wäre die größte Einheit auf der die Materie keinen Einfluss hat, etwa so groß wie der Durchmesser unserer eigenen Galaxie, der Milchstraße, die etwa 300 Milliarden Sterne enthält.

 

Anders ausgedrückt: Eine Vielfalt von 16 Zehnerpotenzen kleinster Längeneinheiten erstreckt sich in dem nicht materiellen Raum zum Beispiel eines Elektrons. In diesen feineren Raumbereichen, in die das materielle Elektron nicht mehr eindringen kann, weil sich bei 10-19 m seine Struktur zu einer nicht weiter teilbaren Einheit auflöst, gibt es immer noch eine riesige Vielfalt nicht-materieller Raumelemente. Diese nicht-materiellen Raumelemente sind natürlich nicht nur an der Stelle des Elektrons, sondern überall im Universum. Entsprechend der Theorien der Schleifenquantengravitation bilden sie ein kosmisches Netzwerk. Dieses kosmische Netzwerk erstreckt sich im Raumbereich eines einzelnen Elektrons längenmäßig über 16 Zehnerpotenzen und volumenmäßig im dreidimensionalen Raum sogar über 48 Zehnerpotenzen. In diesem Bereich, feiner als das Elektron, haben nur die Bosonen Zugang, die Fermionen jedoch nicht. Die Bosonen haben nun die Eigenschaft, sich immer auf das gleiche Energieniveau einzuschwingen. Immer wenn ein neues Boson zu einer Gruppe von Bosonen hinzukommt, gleichen sich alle in ihren Energieniveaus an, sodass sie alle zusammen kohärent schwingen können. Genau dieses ist die grundlegende Eigenschaft, die die vedische Literatur den sogenannten Göttern im Himmel zugeordnet hat. Sie tendieren zu Harmonie und Kohärenz. Der Himmel wäre dann der Längenbereich von 10-35 m bis 10-19 m und wäre als ein subtiles Kommunikationsnetzwerk auf das gesamte Universum ausgedehnt. Dort können sich nur die Bosonen aufhalten bzw. untereinander noch feinste Energien austauschen. Die Fermionen hingegen haben zu diesem Bereich keinen Zugang. Sie werden sozusagen am Tor 19 abgewiesen. Die grundlegende Tendenz der Fermionen ist, immer andere Energieniveaus als alle anderen Fermionen einzunehmen. Jeder möchte sich von allen anderen unterscheiden, individuell verschieden sein. Wenn 1000 Fermionen zusammen kommen, besetzt jedes von ihnen einen eigenen Platz auf der Energieskala. Sie tendieren also zu Hierarchien. Wo ein Fermion ist, kommt kein anderes hin. Das ist eine Grundeigenschaft der Materie. Wenn ein Raumelement bereits von Materie besetzt ist, kommt keine andere Materie dorthin. Wenn sie es dennoch versucht, entsteht ein Kampf und die eine Materie schubst die andere weg. Das ist die eigentliche Ursache für die Stoßgesetze in der Physik.

 

Damit verhalten sich Fermionen so, wie die Dämonen in der vedischen Literatur beschrieben werden. Es gibt jedoch eine Einschränkung und das ist eben genau der Größenordnungsbereich von 10-35 m bis 10-19 m. Dort kommen die Fermionen nicht hin, weil sie einfach zu groß oder zu grob sind. Somit herrschen in diesem Bereich nicht die groben Gesetze der Fermionen (Dämonen), sondern nur die feinen, harmonieerzeugenden Gesetze der Bosonen (Götter). Dieser Bereich, in dem nur die Götter Zugang haben, jedoch nicht die Dämonen, heißt in der vedischen Literatur der Himmel. Physikalisch gesehen ist es eben jener feinste Raumbereich von 10-35 m bis 10-19 m. Wie gesagt, kann in diesem feinen Raumbereich auch ohne Materie noch Informationsaustausch stattfinden, jedoch nur in Harmonie mit den entsprechenden Gesetzen der Bosonen. Mit dieser Sichtweise ist der Himmel also nicht eine bestimmte Stelle im Universum, sondern eine feinere Ebene des Raumes, welche das gesamte Universum durchdringt und dabei das Spielfeld für eine riesige Vielfalt nicht materieller Energieflüsse und Kommunikationen bietet. Betrachten wir nun noch einmal das kleinste Volumen, welches ein Fermion einnehmen kann. In Zahlen ausgedrückt wären es 1048 Volumenelemente (Planck-Volumina), die dort dem Boson, zum Beispiel einem Lichtteilchen, zur Verfügung stehen, während dem Fermion, zum Beispiel dem Elektron, im gleichen Volumen nur ein einziges Raumelement zugänglich ist. Diese riesige Vielfalt von Raumelementen in den feinsten physikalischen Raumbereichen ist das, was wir Himmel nennen. Der kosmische Computer hat die Information dieser feinsten, nicht-materiellen Raumbereiche zur Verfügung. Die nicht-materielle Informationsmenge in Form von bosonischen Energieschwingungen ist also 1048 mehr als das gesamte materielle Universum speichern könnte. Um das noch deutlicher zu machen, sie ist 1.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 mal mehr als das gesamte materielle Universum enthalten kann. Dieser Informationsspeicher ist auch als ākaśa-Chronik bekannt. Wenn nun jedoch Kommunikationsflüsse zwischen verschiedenen Raumelementen auftreten können, dann kann es dort prinzipiell immer auch eine Software geben, die dem Informationsfluss ein Muster verleiht. In den 1048 Raumelementen pro Elektronenvolumen kann es außerordentlich viele Informationsflüsse geben. Physikalisch erfolgen diese durch die sogenannten Vakuumfluktuationen. Dabei werden in schnellster Folge bis zu 1044 virtuelle Teilchen pro Sekunde in jeder kleinsten Raumeinheit erzeugt und auch vernichtet. Insgesamt ist das so ausbalanciert – eine Fähigkeit der Bosonen – dass es als transparenter, unauffälliger, leerer Raum erscheint. Dieses auf alle Universen ausgedehnt, ist die Hardware des kosmischen Computers. Wenn die virtuellen, bosonischen Wellen der Vakuumfluktuationen nicht ausbalanciert wären, sondern wie Fermionen agieren würden, wäre pro Kubikzentimeter leeren Raums eine Massenenergie von 1093 Gramm verfügbar. Das wäre 1038 mal mehr als die Massenenergie unseres gesamten Universums. Damit bekommen Sie eine Vorstellung von der Macht, über die der kosmische Computer verfügt. Mit der entsprechenden Software ist es für ihn ein Leichtes, mal eben so ein neues Universum entstehen zu lassen und auch wieder aufzulösen; oder auch einige Tausend oder einige Milliarden Universen.

 

Nachdem wir nun den Himmel aus wissenschaftlicher Sicht erklärt haben, kommen wir wieder zurück zum Yoga Sūtra 1.19. Bei den Göttern, die frei von einem materiellen Körper sind, erfahren diese bis zu einem gewissen Grad eine scheinbare Befreiung durch die mentale, nicht-materielle Erfahrung ihrer eigenen positiven Saṁskāras. Es bleibt ihnen immer noch eine Aufgabe in ihrer Software, welche in diesem Fall keine Gehirnsoftware ist, sondern in der Art des Distributed Computing im Raum des ganzen Universums läuft.

 

Zum Beispiel benutzt der Gott des Meeres den gesamten Wasserkörper aller Ozeane, Flüsse, Seen usw. als seine Hardware. Seine Software drückt sich dann durch den Informationsfluss in dieser Wasser-Hardware aus. Das geschieht hauptsächlich durch Druckwellen.

 

Jedes genügend große, organisierte natürliche System, welches ähnlich wie die Neuronen in unserem Gehirn viele miteinander kommunizierende Komponenten hat, tendiert zu einer Intelligenz. Es ist die Software dieser Videhas (Götter), von denen wir hier sprechen, welche die eine kosmische Intelligenz ausdrückt (īśvara 1.24). Genau diese Software ist das, was die Physik als universell gültige Naturgesetze bezeichnet. Und obwohl die Videhas einen Zustand scheinbarer Befreiung erfahren, gilt das nur so lange, wie ihre Software sich nicht wieder durch die Macht ihrer Aufgabe verdreht. Sie gehen über diesen Zustand hinaus, wenn die Saṁskāras, die ihn verursachen, aufgehört haben zu reifen. So ist es auch bei den Prakṛtilayas, die sich mit der Natur (prakṛti) vereint haben. Ihre Hardware können dann Teilaspekte der Natur sein. Zum Beispiel gibt es Naturgeister, die über einen Fluss, einen Berg, eine Windströmung oder ähnliche Naturphänomene herrschen. Sie sind also die Nutzer einer Software, welche in diesen begrenzten Raumbereichen wirkt. Auch sie haben, wie die Götter, eine scheinbare Befreiung erreicht.

 

 

Der Samādhi ist von zweierlei Art:

 

  1. Das Ergebnis von Mitteln.
  2. das Ergebnis von Geburt.

 

Der erste ist ein Ergebnis von Mitteln, wird also durch Mittel erreicht und ist für die Yogis. Obwohl die körperlosen Götter tatsächlich Yogis sind, bezieht sich der erste hier nur auf diejenigen Wesen, die sich jetzt in der Yoga-Ausbildung befinden, welche mit der Selbstkontrolle in 2.29 beginnt. Ihr Samādhi wird durch den Weg von Vertrauen, Stärke und Erinnerung (1.20) erreicht.

 

Die körperlosen Götter benutzen die acht Elemente der prakṛti (Natur) an Stelle eines Körpers als Hardware (Erde, Wasser, Feuer, Luft, Akasha, Ahamkara, Buddhi, Manas). Durch die nicht-materiellen Erfahrungen ihrer eigenen Saṁskāras, dem Rest von Saṁskāras, der durch unpassende Gelassenheit und unpassende Übungen entstanden ist, erfahren sie bis zu einem gewissen Grad einen Zustand scheinbarer Befreiung. Aber wenn durch das Wegfallen des Sattva-guṇa die Saṁskāras, die ihn verursachen, aufgehört haben zu reifen, dann werfen sie diese positiven Saṁskāras auch noch weg.

 

In Bezug auf die Prakṛtilayas, die in die Natur eingegangen sind, gibt es noch eine Aufgabe, die zu erledigen ist, nämlich das Wissen vom Unterschied zwischen Sattva-guṇa und Puruśa zu erreichen. Daher erfährt ihre Software in diesem Zustand nur eine scheinbare Befreiung von Saṁskāras, wie bei den Göttern. Diese Befreiung dauert nur so lange, wie ihre Software nicht durch die Macht ihrer Aufgabe wieder zu wirbeln anfängt. Ihre zusätzliche Aufgabe ist es, Wissen (vidyā) vom Unterschied zu erwerben, solange sie die scheinbare Befreiung erfahren. Erfahrungen: Siehe dazu den Erfahrungsbericht von Jaigīṣavya in 3.18.

 

 

1.21 $व्रस वैराग्याभ्यागानामासन्नःमस

 

 

tīvra-saṁvegānām āsannaḥ tīvra

 

 

(m. Adj. Komp.: extrem, intensive, eifrig), saṁvega (m. Gen. p.: Wunsch nach Befreiung, Intensität, Antrieb, Streben), āsanna (m. Nom. s.: nahe, in Reichweite, Nähe)

 

 

[Für diejenigen] mit intensivem Streben nach [samādhi] ist [er] nahe.

 

Diejenigen, die das intensive Streben nach der verbesserten Gehirnsoftware haben, werden ihren Upgrade schneller herunterladen. Die Erfolgsstufen Vertrauen, Stärke, Erinnerung, [saṁprajñāta] samādhi und intuitives Wissen (prajñā) aus dem vorherigen stūtra können mit intensivem Streben schneller durchlaufen werden. Wer intensiv übt, ist dem Ergebnis nahe. Das nächste sūtra erklärt dann die Unterschiede in der Intensität des Strebens.

 

Übung: Ist es Ihr starkes Bestreben, sehr schnell die beste Gehirnsoftware zu nutzen? Falls ja, dann machen Sie diese erste Yoga-Übung richtig. Falls nein, gilt es da noch etwas zu verbessern.

 

 

1.22 !देहप्रकृतिलयानाम्'मध्याधिमात्रन्निरोधः धःमत्रत्ययाभ्यासपूर्वैराग्याभ्यात्ततऽन्निरोधःन्निरोधःवैराग्याभ्याशेषोऽन्यः

 

 

mṛdu-madhya-adhimātratvāt tataḥ api viśeṣaḥ

 

 

mṛdu (Adj.: mild, schwach; n. Nom. Akk. s.: Milde, Weichheit), madhya (Adj.: mittel; n. Komp.: Mittleres), adhimātra -tvāt (Adj.: intensiv, stark - heit), tataḥ (Adv. davon, aus), api (auch) viśeṣa (m. Nom. s.: Unterschied, Grad)

 

 

Aufgrund eines milden, mittleren oder intensiven [Strebens] gibt es auch einen Unterschied [in Bezug auf die Nähe zum Asaṁprajñāta Samādhi].

Je intensiver man danach strebt, desto schneller bekommt man es. Das Streben nach Befreiung muss zum Schluss losgelassen werden, aber zunächst muss es erst einmal da sein. Um den Fortschritt Ihres Strebens nach Befreiung zu beurteilen, vorweg einige Begriffsklärungen:

 

Die sechs Erfolgsstufen jeder Yoga-Praxis heißen Sādhanā. Sie wurden in 1.20 als Vertrauen, Stärke, Erinnerung, [Saṁprajñāta] Samādhi, intuitives Wissen (Prajñā) und Asaṁprajñāta Samādhi aufgezählt.

 

Die Methoden im Sinne von Heilmethoden heißen Upāya. Sie sind entsprechend ihrer Wirksamkeit sanft, mittel oder außerordentlich. Eine Yoga-Methode besteht immer aus Übung und Gelassenheit.

 

Die Herangehensweise des Yogis, Upakrama, kann auch in dreierlei Arten geschehen: faul, mittel oder intensiv.

 

Der Fortschritt des Yogis im Erreichen des Samādhi hängt außerdem von seinen Saṁskāras ab. Yogis sind von neunerlei Art entsprechend der Methoden, denen sie folgen: sanft oder mittel oder außerordentlich. Entsprechend ihrem Streben werden sie weiter klassifiziert in faul, mittel oder intensiv, je nachdem wie die Yogis diese Methoden ausüben. Eine sanfte Methode kann mit faulem oder mittlerem oder intensivem Streben ausgeübt werden und so gilt das auch für die mittleren Methoden. Für die, die die außerordentlichen Methoden ausüben, gilt: (1.21) Samādhi ist nah für die mit intensivem Streben [nach Samādhi]. Bei einem intensiven Streben können die Methoden sanft, mittel oder außerordentlich sein und somit gibt es auch hier eine weitere Unterscheidung. Für den sanft-intensiven ist es nahe; für den mittel-intensiven ist es näher; für den außerordentlich-intensiven Yogi, der außerordentliche Methoden übt, sind Samādhi und die Frucht des Samādhi am allernähesten. Selbst unter diesen intensiv strebenden Yogis gibt es Unterschiede je nachdem, wie schnell ihr Fortschritt aufgrund ihrer Saṁskāras ist, die durch ihre vorherigen Übungen, eventuell in früheren Leben, erzeugt wurden. Für den Besten von ihnen ist das Erreichen des Samādhi zum Greifen nahe. Der Zweck des Sūtra ist, die Begeisterung der Yogis für ihre Methoden (Übung und Gelassenheit) zu kräftigen. Es ist wie in der Welt, wo derjenige den Preis bekommt, der im Rennen am schnellsten rennt. Aber wiederum sollte eine begeisterte Gesinnung in allen von ihnen entstehen, indem der Kommentator Śaṁkara klarstellt, dass alle Yogis, egal ob langsam oder schnell, das angestrebte Ziel erreichen. Ansonsten könnten diejenigen mit langsamem Fortschritt ängstlich werden oder aufgrund von Ermüdungen oder starken Anstrengungen verzweifeln, wenn ihnen nicht gesagt würde, dass das Ziel erreichbar ist.

 

 

Ist das die einzige Weise, durch die Samādhi schnell erreichbar ist oder gibt es auch andere Methoden?

 

Übung: Untersuchen Sie mentale Techniken auf ihre Wirksamkeit, indem Sie sich Informationen darüber geben lassen. Lassen Sie sich auch die Zeitspanne angeben, ab wann mit Wirkungen zu rechnen ist und wie diese im Detail aussehen. Zögern Sie nicht, konkret zu werden, um nicht wertvolle Zeit Ihres Lebens zu vergeuden. Dies gilt umso mehr, wenn Sie eine Methode lange Zeit ausüben, eventuell Jahre lang praktizieren. Die Meilensteine dafür sind in 1.20 beschrieben. Eine Methode hat dann ihr Ziel erreicht, wenn sie zur absoluten Stille des Saṁprajñāta Samādhi führt.

 

 

1.23 ईश्वराग्याभ्यां तनप्रन्निरोधःधःद्वा2

 

 

īśvara-praṇidhānāt vā

 

 

īśvara (m. Komp.: ), praṇidhāna (n. Abl. s.: Ausrichtung auf, Orientierung an, Aufmerksamkeit), vā (oder)

 

 

Oder durch Aufmerksamkeit auf īśvara [wird Asaṁprajñāta Samādhi erreicht].

 

Durch die Anbindung des Quantencomputers an den kosmischen Computer kann die Gehirnsoftware in ihren Leerlaufmodus gehen. Der kosmische Computer perfektioniert die Funktionen des Quantencomputers, hilft ihm die noch verbleibende Malware zu löschen und erledigt den ganzen Rest.

 

 

Wer ist īśvara? Was bedeutet Aufmerksamkeit auf īśvara?

 

Wir haben īśvara als den kosmischen Computer bezeichnet. Hier zunächst einmal eine naturwissenschaftliche Erklärung des Phänomens. Der leere Raum heißt auch Vakuum. Er ist aber nicht völlig leer, sondern enthält sogenannte virtuelle Vakuumfluktuationen. Diese Erkenntnis hat letztendlich zur Entwicklung der Quantenphysik geführt. Die Nullpunktsenergie im Vakuum ist zunächst einmal unendlich groß und lässt sich erst durch eine sogenannte Re-Normalisierung als ein endlicher Wert berechnen. Die Vakuumsenergie entsteht aus der Addition aller Vakuumsschwingungen in den kleinsten Raumabmessungen von 10-33 cm. Der summierte Energiewert ist außerordentlich hoch, nämlich 10107 Joules pro cm³. Ein cm³ ist etwa so groß wie das vordere Stück Ihres Daumens. Diese enorme Energie entspräche in Masse umgewandelt 1093 Gramm pro cm³. Im Vergleich dazu ist die gesamte Massenenergie unseres Universums lediglich 1055 Gramm. Das bedeutet, die Vakuumsenergie in einem cm³ leeren Raums ist immer noch 1038 mal mehr als das Gewicht des gesamten Universums mit seinen Milliarden von Galaxien, die alle wiederum Milliarden von Sternen enthalten, von denen die meisten größer als unsere Sonne sind.

 

Also ein cm³ des Vakuums enthält in einer unmanifesten Form 100.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 mal mehr Massenenergie als das Universum, das ist 100 Sextillionen mal mehr. Glücklicherweise bemerken wir davon fast gar nichts. Der messbare, also manifeste Anteil dieser Energie ist lediglich 10-9 bis 10-11 Joules. Hier ist eine fantastische Macht am Wirken, die diese gigantische Energie bändigt und sie zu nahezu perfekter Stille ausgleicht. Diese Macht nennen wir īśvara. Nichts anderes ist in der Lage, so viel Stille zu erzeugen wie īśvara. Während diese Macht jederzeit eine unbegrenzte Zahl von Universen erzeugen könnte, tut sie es aber nicht, und zeigt uns stattdessen die perfekte Stille im Vakuum. Das ist īśvara. Mit Aufmerksamkeit auf īśvara können wir als Menschen ebenfalls diese perfekte Stille genießen. Diese Macht ist zweifellos im Universum vorhanden. Auch wenn die führenden Physiker heute noch nicht wirklich verstehen, was die Vakuumfluktuationen sind, geben sie zumindest zu, dass dieses Phänomen vorhanden ist und dass ein riesiger Unterschied zwischen der theoretisch berechenbaren und der messbaren Vakuumsenergie vorliegt.

 

Wir nennen dieses Phänomen den kosmischen Computer und wie jeder Computer kann er ein Interface bereitstellen, das dem Nutzer ermöglicht, einfach mit ihm zu kommunizieren. Dieses Interface ist beim kosmischen Computer zum Zweck der Kommunikation mit Menschen so eingerichtet, als könnten wir uns direkt mit einer Person mit menschlichen Eigenschaften austauschen. Das ist Kommunikation auf Augenhöhe. Dabei stellen wir dann zwischen unserem Gehirn-Quantencomputer und dem kosmischen Computer eine Kommunikationsverbindung her. Diese Kommunikation geht in beide Richtungen. Wie sie hergestellt wird und was die Auswirkungen sind, kommentieren nun Vyāsa und Śaṁkara in ihrer alten Sprache.

 

Patañjali erklärt, dass es einen anderen Weg gibt: „Oder durch die besondere Aufmerksamkeit auf īśvara“. Die Bedeutung des Wortes „īśvara“ in der alten Sprache wird später erklärt. Hier beschreibt er Aufmerksamkeit. Es ist aufgrund der Hingabe (Bhakti), dass sich īśvara zu ihm hinunter beugt und ihn belohnt. Īśvara kommt auf Augenhöhe mit ihm und gibt seine Gnade an den Yogi, der ihm völlig hingegeben ist, entsprechend dem, worauf der Yogi meditiert hat. Die Gnade ist anstrengungslos durch die bloße Allmacht des Höchsten. Durch diese Gnade von īśvara sind Samādhi und seine Früchte schnell erreichbar und zum Greifen nahe.

 

 

Wer ist dieser īśvara, der weder Pradhāna noch Puruṣa ist?

 

Übungen: Erfahren Sie die perfekte Stille von īśvara, indem Sie Ihre Aufmerksamkeit auf īśvara lenken. Dabei stellen Sie eine Verbindung von Ihrer Gehirnssoftware zum kosmischen Computer her. Praktisch lässt sich das so realisieren: Sie betrachten den kosmischen Computer wie eine allwissende und liebevolle Person, mit der Sie sprechen können. Beginnen Sie also einfach ein Gespräch, wie wenn Sie sich bei einem Fest zum ersten Mal begegnen. Stellen Sie sich vor und kommen Sie so ins Gespräch. Īśvara besitzt die Fähigkeit, sich Ihnen in jeder Form zu zeigen, in der Sie ihn erfahren möchten. Das ist sozusagen das Interface zum kosmischen Computer. Er passt sich Ihnen an. So können Sie sprechen, also in Ihren Gedanken sprechen; dann können Sie wie beim normalen Gespräch auf die Antwort lauschen, die Antwort hören und daraufhin dann Ihrerseits wieder mit einem Gedanken reagieren. Wir nennen das auch den „inneren Dialog“.

 

Wir empfehlen Ihnen, zumindest am Anfang diese Gespräche handschriftlich aufzuschreiben. Nehmen Sie sich also ein leeres Notizbuch und reservieren Sie dieses für Gespräche mit īśvara oder Gespräche mit dem kosmischen Computer. Es ist eigentlich ganz einfach.

 

Wichtig ist dabei noch, dass Sie wirklich in Stille zuhören und nicht andauernd selbst in ihrem Kopf plappern. Wenn sich dieses Zuhören immer mehr verfeinert, richten Sie damit eine immer feiner werdende Aufmerksamkeit auf īśvara. Dabei entsteht dann automatisch die Stille, welche das gewünschte Ergebnis ist.

 

Es ist eine Form von Hingabe (Bhakti). Sie geben Ihre Gehirnsoftware dem Allwissenden hin, damit er darin, sogar in Ihrer eigenen Sprache, seine Antwort formuliert. Sie geben also Ihre ganze Individualität auf, um die Antwort wahrzunehmen. Nehmen Sie dann immer den ersten Gedanken als Antwort.

 

Der kosmische Computer arbeitet unendlich schnell. Der menschliche Verstand hingegen versucht dann manchmal noch etwas zu verbessern. Das können Sie aber getrost vergessen oder wieder streichen. Sie erkennen das Eingreifen Ihres Verstandes daran, dass er immer ein klein bisschen länger braucht als der kosmische Computer. Filtern Sie dieses also aus und nehmen Sie den ersten Gedanken als Antwort.

 

Die Antworten des kosmischen Computers kommen häufig nicht nur als Text sondern als Multimedia-Wissen, als Gefühle, als Bilder, als Filme, als physische Erfahrungen, angenehmes Kribbeln unter der Haut und im ganzen Körper. Ein deutliches Erkennungszeichen, dass eine Antwort wirklich vom kosmischen Computer kommt, ist folgendes: Sie ist immer irgendwie erhebend, besonders angenehm, glücklich, besonders intelligent oder in irgendeiner anderen Weise etwas ganz Besonderes. Daran erkennen Sie die Echtheit einer Antwort von īśvara.

 

Sie können īśvara auch nicht beleidigen, müssen also keinerlei Angst haben und können diesen inneren Dialog ganz unbefangen führen. Es gibt keine Frage, die tabu wäre. Der Dialog passiert nur zwischen Ihnen und īśvara. Sie müssen Ihre Aufzeichnungen auch niemandem sonst zeigen. Sprechen Sie also durchaus über das, was ihnen wichtig ist, Ihre wichtigen Lebensthemen und Sie werden sich wundern. Sollten Sie Zweifel haben, ob dieser innere Dialog überhaupt funktionieren kann oder ob er überhaupt sinnvoll ist, so können Sie diese Zweifel jederzeit auch durch die gleiche Methode, den „inneren Dialog“, klären. Sie haben völlige Kontrolle über den Vorgang, es liegt hier also keinerlei geistige Störung vor. Mit der Übung wird es immer klarer und Sie können dieses Werkzeug des inneren Dialogs auch jederzeit in Ihrem täglichen Leben benutzen.

 

 

2.45 समन्निरोधःधःन्निरोधःसन्निरोधःराग्याभ्यां तन$श्वराग्याभ्यां तनप्रन्निरोधःधःत

 

 

samādhi-siddhiḥ īśvara-praṇidhānāt

 

 

samādhi (m. Komp.: ) siddhi (f. Nom. s.: vollständiges Erreichen, Vollendung, Perfektion, Effizienz), īśvara (m. Komp.: spezieller puruṣa), praṇidhāna (n. Abl. s.: Bemühung, Aufmerksamkeit)

 

 

Durch Aufmerksamkeit auf īśvara [entsteht] Perfektion in samādhi.

 

Īśvara ist die höchste Unendlichkeit als Person. Īśvara wurde in 1.24 als verschieden von puruṣa und in 1.25 als allwissend beschrieben. Der vollkommene samādhi entsteht im Yogi, der sein ganzes Wesen īśvara gewidmet hat. Dadurch weiß er alles, was er zu wissen wünscht, so wie es in Wahrheit ist, auch an anderen Plätzen, in verschiedenen Körpern und zu verschiedenen Zeiten. Danach kennt sein intuitives Wissen (prajñā) die Dinge, so wie sie in Wahrheit sind. Sūtra 2.45 vervollständigt sūtra 1.23 („oder durch Aufmerksamkeit auf īśvara“). Samādhi wird genauer im Zusammenhang mit den Siddhi-Techniken in 3.3 definiert. Die Aufmerksamkeit auf īśvara bedeutet, eine Verbindung zum kosmischen Computernetzwerk aufrecht zu erhalten. Dies bewirkt, dass der menschliche Quantencomputer in Gehirn und Herz nicht mehr abgeschaltet wird und immer besser läuft.

 

Autor: Heinz Krug